Ausgefeiert – Clubs und Corona (Interview)

Ausgefeiert – Clubs und Corona (Interview)

Colyn Heinze ist 25 Jahre alt und engagiert sich als 2. Vorsitzender im Clubkollektiv Stuttgart. In diesem Interview gibt er uns Auskunft über die Situation der Clubs während der COVID-19 Pandemie & was veranstaltungsmäßig in Stuttgart gerade geht.

Wie haben sie den Beginn der Pandemie erlebt?

Besonders anfangs wurden wir natürlich auch wie andere von der Situation überrascht. Im Rahmen der Pandemiebekämpfung gilt für die meisten Clubs ein Betriebsverbot. Zu Beginn war auch die Unsicherheit bezüglich der Regelungen groß – da fungierten wir vom Clubkollektiv viel als Vermittler. 
Außerdem ging es darum, finanzielle Hilfen zu organisieren und generell um die Frage: Wie bekommen wir die Betriebe sicher durch die Krise? 
Für die Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber war die Situation nicht einfach: Ihnen allen geht es auch darum, Kultur in die Stadt zu bringen – was aber tun, wenn dies nur noch begrenzt möglich und in den meisten Fällen auf rein wirtschaftliches Handeln eingeschränkt ist?

Was war ihr erster Gedanke, als Clubs geschlossen und Veranstaltungen abgesagt wurden?

Zuallererst war da natürlich der Gedanke „Shit, okay.“. Wir haben dann aber schnell Pläne erstellt wie wir die Krise bestmöglich managen können. Die Menge der E-Mails in diesen Tagen war enorm. 

Wie wurde die bisherige Zeit im Lockdown überbrückt? Gab es Online-Partys und wenn ja, haben diese funktioniert?

Ja, es gab beispielsweise das Event „United We Stream“, welches ursprünglich aus Berlin kam, auch aus Stuttgart.Anfangs wurden Online-Events dieser Art wirklich sehr gut angenommen, mit der Zeit wurde das Interesse aber immer geringer. Für die allermeisten ist es eben nicht das gleiche wie das traditionelle feiern gehen. Im Verband gab es für uns mehr Arbeit als wahrscheinlich je zuvor und es gab vieles zu organisieren. Die richtigen Rahmenbedingungen für die Clubs zu schaffen war sehr anspruchsvoll.

Gab es finanzielle Hilfen für die Betriebe?

Ja, es gab seit dem ersten Lockdown mehrere Hilfsprogrammeseitens Bund und Länder. 

Worauf freuen sie sich am meisten, wenn die Clubs wieder öffnen können?

Unter anderem auf eine entspanntere Arbeit (lacht). Nein, natürlich auf das hoffentlich wieder auflebende Kulturgefühl. Gerade für viele Jugendliche wird es dann wieder möglich sein, gemeinsam wichtige Erlebnisse zu sammeln – die im Moment einfach fehlen.

Sind in nächster Zeit Veranstaltungen in Stuttgart geplant? Wenn ja, welche?

Im Moment gibt es da tatsächlich ziemlich viel, vor allem in Form  coronakonformer Festivals. Eine kleine Auswahl: „Bunter Beton“, beim „Eiermann Areal“ oder auch beim Mercedes-Benz Museum. Ideen gibt es viele, allerdings ist die Umsetzung im Moment häufig schwierig und es gibt der Situation geschuldet große Planungsunsicherheiten. 

Als 2. Vorsitzendem des Clubkollektiv Stuttgart sieht ColynHeinze in der Kultur und dem Clubleben eine wichtige Rolle in der Stadt. Wichtig ist ihm, dass sich Jugendliche wie Du und ich nach der Pandemie auch engagieren. Er hofft, dass Jugendliche diese wichtige Rolle nach der Pandemie immer noch zu schätzen wissen werden – und gegebenenfalls ihren ersten Clubbesuch nachholen.

Simon

Simon

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