
Bild 1: Strahlend geschmückt in den Ramadan; gemacht von Israa
Das Zuhause ist wunderschön geschmückt, fröhliche Stimmen füllen den Raum und das ganze Haus wirkt plötzlich lebendiger als sonst. Der Tisch ist reich gedeckt, Familie und Freunde rücken eng zusammen und der Schulstress vom Vormittag ist wie weggeblasen. Es herrscht eine Stimmung voller Wärme und Vorfreude, in der das Miteinander umso wichtiger ist. Das Handy bleibt in der Tasche, stattdessen genießen alle die gemeinsame Zeit.
Genau dieses Gefühl bringt der Ramadan mit sich. Seit ein paar Tagen hat dieser besondere Monat, der neunte im islamischen Mondkalender, begonnen. Für uns Muslime bedeutet diese Zeit weit mehr als nur das Verzichten auf Essen und Trinken von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Es ist die Zeit des Jahres, die wir Muslime mit großer Vorfreude erwarten. Es ist eine Zeit des echten Miteinanders und des inneren Wachstums.
Für uns ist dieser Monat eine perfekte Gelegenheit, den Alltagsstress etwas zu vernachlässigen und uns auf unser inneres Wachstum zu konzentrieren. Es geht darum, sich der „Best Version of Yourself“ zu nähern. Es ist ein Training für die eigene Disziplin: Wer es schafft, den ganzen Tag über seine Impulse zu kontrollieren, stärkt seine Willenskraft auch für andere Herausforderungen, sei es beim Sport oder beim Lernen für die nächste Klausur.
Es ist wie ein jährlicher Reset-Knopf für den Charakter und eine Phase der aktiven Selbstreflexion. Man nimmt sich bewusst vor, geduldiger zu sein und Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen. Dieser innere Fokus hilft dabei, schlechte Angewohnheiten abzulegen und stattdessen Achtsamkeit zu üben. Es ist eine Zeit, in der man einen Schritt zurücktritt, um die Prioritäten im Leben wieder richtig zu ordnen.
Doch während der Tag von Ruhe und innerem Fokus geprägt ist, verwandelt sich die Stimmung mit dem Sonnenuntergang komplett: Aus der Ruhe wird ein Fest der Begegnung. Gemeinschaft, Gastfreundschaft und Herzlichkeit werden in diesem Monat besonders großgeschrieben. Das Fastenbrechen, das Iftar, ist dabei weit mehr als nur ein gemeinsames Abendessen.
Es ist der Moment, in dem die Türen offenstehen, Familie, Freunde und Nachbarn zusammenkommen und das Essen geteilt wird. Ein ehemaliger Schüler beschreibt diese Stimmung als „wie ein Familienfest, bei dem jeder willkommen ist.“
Dieser starke Zusammenhalt beschränkt sich aber nicht nur auf den eigenen Esstisch. Ein zentraler Teil dieser Zeit ist es, den Blick zu weiten und Verantwortung zu übernehmen. Es geht darum, Solidarität zu zeigen und dort zu helfen, wo Unterstützung gebraucht wird, sei es durch Spenden oder kleine Taten der Hilfsbereitschaft im Alltag. Der Ramadan erinnert uns daran, dass wir Teil einer Gemeinschaft sind und dass Teilen nicht bedeutet, weniger zu haben, sondern das Miteinander wertvoller zu machen.
Letztlich ist der Ramadan für uns eine Zeit, die inneren Fokus und Miteinander verbindet. Ich hoffe, ich konnte euch einen schönen Einblick in diese besondere Zeit geben.
Übrigens: Falls ihr euren muslimischen Freunden eine Freude machen wollt, dann wünscht Ihnen einfach einen „Ramadan Mubarak“
In diesem Sinne: Allen Muslimen unter euch einen gesegneten Ramadan, Ramadan Mubarak !
Geschrieben von: Israa J1






