
Bild 1; Brain damage; gemacht von Isabella
Kennst du das? Du willst eigentlich nur kurz dein Handy checken und plötzlich sind 40 Minuten vorbei. Du hast dir bestimmt über 100 TikToks angeschaut, deinen Freunden geantwortet, ein Spiel gespielt und weißt am Ende überhaupt nicht mehr, was du alles angeschaut hast oder warum du überhaupt am Handy bist, wenn du doch eigentlich andere Sachen zu tun hast. Dieses Gefühl ist kein Zufall, sondern entsteht aufgrund unserer Aufmerksamkeitsspanne und eines Phänomens namens „Doomscrolling“.
Die Aufmerksamkeitsspanne beschreibt, wie lange wir uns konzentriert mit einer Sache beschäftigen können, ohne gedanklich abzuschweifen. Genau diese Fähigkeit scheint im digitalen Zeitalter immer mehr unter Druck zu geraten. So zeigt eine Studie von Microsoft Canada aus dem Jahr 2015, dass die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne im Jahr 2013 bei etwa 8 Sekunden lag – die eines Goldfisches liege bei 9 Sekunden. Auch wenn diese Zahl kritisch diskutiert wird, zeigt sie vor allem eines: Unsere Konzentration wird immer kürzer.
Und was hat das jetzt mit dem Internet zu tun?
„Im Internet strömen viele Reize gleichzeitig auf uns ein. Die Gehirnstruktur bleibt davon nicht unberührt, wie erste Studien zeigen.“
Soziale Medien sind nicht einfach zur Unterhaltung da, sie sind so aufgebaut, dass sie unsere Aufmerksamkeit möglichst lange festhalten. Das ewige Scrollen, kurze Videos, Likes und Benachrichtigungen – all das sorgt dafür, dass unser Gehirn ständig neue Reize aufnimmt. Das Problem: Unser Gehirn liebt Abwechslung. Jeder neue Reiz fühlt sich spannend an, langfristig wird es dadurch aber schwerer, sich über längere Zeit auf eine einzige Sache zu konzentrieren.
Phänomen „Doomscrolling“
Besonders problematisch ist bei der ganzen Sache das sogenannte Doomscrolling. Der Begriff beschreibt das zwanghafte Konsumieren von negativen Nachrichten, wie z. B. über Krisen und Kriege, vor allem über soziale Medien. Diese belastenden Inhalte werden jedoch trotzdem schneller verbreitet und öfter angeklickt als andere Inhalte. Das liegt daran, dass der Mensch mehr auf emotionale Inhalte reagiert und negative Inhalte einen „Überlebenssinn“ im Menschen erwecken, auf welchen der Mensch schneller reagiert und den Inhalten seine Aufmerksamkeit zuwendet.
Bedeutung für uns als Schüler
Die ständige Reizüberflutung bleibt nicht ohne Folgen. Ständige Unterbrechungen durch digitale Geräte und soziale Medien können das Lernen, das Lesen längerer Texte, sogar das Gedächtnis beeinträchtigen. Wer ständig zwischen Apps, Videos und Nachrichten hin- und herwechselt, trainiert sein Gehirn dazu, schnell wegzuklicken, nicht darauf, sich auf eine einzelne Sache zu fokussieren. Gerade für Schüler also ein großes Problem. Hausaufgaben, Klausuren und längere Texte sind auf einmal extrem anstrengend, weil das Gehirn an ständige Ablenkung gewöhnt ist.
Hoffnungslos?
Ganz im Gegenteil: Konzentration kann man trainieren. Schon kleine Angewohnheiten können helfen, z. B. Benachrichtigungen ausschalten, das Handy beim Lernen außer Reichweite legen und bewusst im Alltag Zeiten ohne Handy einbauen.
Das Wichtigste ist also: soziale Medien bewusst nutzen und darauf achten, seine Konzentration zu fördern, denn sonst stößt man ganz schnell auf Probleme.
Schaut gerne auch am Freitag vorbei, um einen tollen Beitrag zu einer ganz besonderen Aktion an unserer Schule zu lesen!
Quellen
https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/die-konzentration-leidet-1858
Geschrieben von: Nesli J1






