Wie 2020 uns veränderte – ein Jahresrückblick am GiPS

Wie 2020 uns veränderte – ein Jahresrückblick am GiPS

Endlich ist es für alle so weit: Die Weihnachtsferien beginnen für die Oberstufe und damit für alle am GiPS. Der letzte Präsenz-Schultag liegt schon eine Woche zurück, für die Einen mag die Zeit seitdem verflogen sein, für die Anderen vielleicht eher geschlichen. Doch eines ist uns allen klar: Dieser letzte Schultag hat sich anders angefühlt. Wie wird es weitergehen? Wann werden wir uns das nächste Mal wiedersehen?  Uns allen schwirren diese Fragen im Kopf und die Antworten kann wohl einzig und allein die Zeit bringen. 

Um uns von der unklaren Zukunft abzulenken, können wir aber in der Vergangenheit schwelgen. Die Zeiten, in denen Projekttage, Feste, AGs und Schülerratssitzungen noch ohne Maske und Abstand stattfinden konnten, scheinen in absurder Ferne zu liegen. Doch die Erinnerungen daran bleiben bestehen und schenken uns vielleicht sogar Hoffnung: Hoffnung, dass wir eines Tages wieder zur Normalität zurückkehren können. 

Wie das Jahr begann

Die Halbjahreszeugnisse standen an, der Alltag ging vor sich hin, weder SchülerInnen noch LehrerInnen konnten zu dem Zeitpunkt ahnen, dass ihr gewohntes Leben in den nächsten Monaten eine 180 Grad Drehung machen würde. 

Dann kam die Meldung: Die Schulen schließen. Sicher hatte jeder schon von der lauernden Gefahr des neuartigen Virus’ gehört, doch dass es wirklich zur Schließung der Schule kommen würde, hatten wohl die Wenigsten vorausgeahnt. 

Montag, der 16. März, der letzte Schultag vor dem Lockdown: Hektisch versuchten die LehrerInnen, ihren SchülerInnen noch möglichst viel Arbeitsmaterial mitzugeben. Blätterfluten, Info-Zettel und Wochenpläne – da den Überblick zu behalten war eine Aufgabe für sich. Noch optimistisch gingen die Meisten aus der Schule. „Wir sehen uns nach den Ferien sicher wieder“. Da war es auch kein großes Problem, wenn der Ein oder Andere die Abgabe der Aufgaben nicht so ernst nahm oder Moodle mal wieder abstürzte. Bald würde ja alles wieder normal werden. 

Doch so kam es nicht.

Auch nach den Osterferien ging der Fernunterricht weiter. Man mag sich gar nicht vorstellen, welchem Stress Herr Weiss ausgesetzt war, der sich laufend darum kümmern musste, dass Moodle irgendwie lief. So langsam fingen alle an, sich mit der Situation zu arrangieren. Beim Zurückdenken kommt einem diese Phase wie im Fluge vergangen vor. Das macht die Erinnerung aber nicht unbedingt leichter. 

Die Pfingstferien brachten den lang erwarteten ersten Schritt nach vorne: Die Oberstufe durfte für einige Stunden wieder zurück an die Schule. Bald schon folgte der Hybridunterricht für die ganze Schule. Masken, Abstand, Pausen- und Toilettenregelungen – mal mehr oder weniger gut eingehalten sorgten diese Vorschriften für eine ganz neue Atmosphäre an der Schule. Man könnte zwar meinen der wochenlange Abstand voneinander hätte eine Distanz erzeugt, doch das Gegenteil war der Fall. Alle hatten auf eine absurde Art und Weise das Gleiche erlebt und das verband. Die Schule war zu dem ersten Ort der Begegnung geworden.

Als dann endlich die Sommerferien anstanden, konnte der Großteil des GiPS aufatmen. Nicht so Herr Mayer und Herr Klatt, die sogar in den Sommerferien fast durcharbeiteten. Kaum zu glauben, dass dieses das erste Schuljahr mit Herr Mayer als neuem Rektor gewesen war. Sein methodisches Vorgehen und seine ermutigenden Durchsagen waren ebenso zum Teil des GiPS geworden wie die immer wieder überraschenden Info-Mails über die neuen Corona-Regelungen des Kultusministeriums. 

Neues Schuljahr – neues Glück

Voller Vorfreude und Ungewissheit startete das neue Schuljahr. Sicher war allen bewusst, dass es nicht die ganze Zeit so weitergehen könnte, doch war es mehr als tröstlich in einer „Corona-freien“ Illusion in die Schule zu gehen. Doch schon sehr bald kam der erste Schlag: Maskenpflicht im Klassenzimmer. Wie Herr Mayer zu sagen pflegte, wurde diese aber „nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr gut eingehalten“. So konnte dann alles weiterlaufen. Sogar die SMV-Tagung, gesundes Pausenbrot, die Medientage und SOR-Aktionen fanden statt. 

Der Dezember änderte nochmal alles

Schon bald aber platzte die Seifenblase. Die steigenden Zahlen zwangen das Kultusministerium zu handeln. Auch in dieser Zeit waren ihre Meldungen zwar eher verwirrend als aufschlussreich und Halt gebend, doch Herr Mayer tat ein Gutes sie für alle LehrerInnen und SchülerInnen zu entwirren. Trotz allem gab es bis zum letzten Schultag wieder einmal Fragen, auf die keiner eine Antwort wusste. Als dann aber klar wurde, dass die Ferien für die Stufen 5-10 eine Woche früher beginnen würden, bedeutete dies keineswegs, dass man sich zurücklehnen konnte. Arbeiten und Klausuren wurden geschrieben, die SMV-Weihnachtsaktion umgeplant. Schließlich konnte sie am vorgezogenen letzten Schultag doch noch stattfinden – die Geschenke wurden mittlerweile ausgeliefert und die Heimleitungen bedankten sich herzlichst. Ihre Bewohner „können solche Aktionen gerade sehr gut gebrauchen“. 

Wie wird es wohl weitergehen?

In diesem Sinne lässt sich ein Schlussstrich ziehen für dieses verrückte und aufreibende Jahr am GiPS. Auch wenn die Entwicklung viel Unerwartetes und Beängstigendes brachte, so kann man doch sagen, dass unsere Schule das zusammen durchgestanden hat. Die Ungewissheit verbindet und eröffnet neue Tore, so wäre zum Beispiel dieses Magazin ohne Corona wahrscheinlich nie entstanden. Wir bleiben deshalb optimistisch, was auch immer die Zukunft uns bringt. 

Auf dass der Abstand uns weiter zusammenbringt.

Marija

Marija

6 Gedanken zu “Wie 2020 uns veränderte – ein Jahresrückblick am GiPS

  1. Klasse Jahresrückblick. Ich bin zwar schon lange mit der Schule fertig, durch meine Kinder habe ich aber davon auch mitbekommen. Meiner Meinung nach wird die Pandemie erst 2022 unter Kontrolle sein, und ein Leben ohne Masken und Hygienemaßnahmen 2023/2024 möglich sein. Ich bin Arzt und bekomm da so einiges mit.
    LG

    1. Danke für die netten Worte! Wir hoffen das Beste für die Zukunft, sei es mit Corona und weiteren Einschränkungen oder dann doch irgendwann wieder „normal“

  2. Normalerweise finde ich Jahresrückblicke nervig – immer sitzen die selben Nasen in Talkshows und erzählen jedes Jahr ähnliche Geschichten. Dieses Jahr ist das anders. Und was das für die Schülerinnen und Schüler am GiPS bedeutet, kann man in diesem tollen Artikel sehr gut erahnen. Super finde ich auch die optimistische Einstellung : Wir schaffen das gemeinsam – früher oder später können wir diese Gemeinschaft auch wieder feiern!

  3. Ein sehr interessanter Artikel über dieses „besondere“ Jahr, toll geschrieben! Man kann beim Lesen die Stimmung bei Euch Schülern im Laufe der letzten Monaten richtig nachfühlen… Und irgendwie wie schön auch, dass es wegen / „dank“ Corona nun diese Seite gibt: Ihr macht es toll!

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